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Vorsicht, Wildunfälle: Handlungstipps

Der Herbst ist da und mit ihm eine früher hereinbrechende Dämmerung. Für Autofahrer steigt die Unfallgefahr. Dafür braucht es nicht einmal zu gefrieren – denn viele Unfälle geschehen, weil Autofahrer mit Wildtieren zusammenstoßen.

295.000 Wildunfälle in Deutschland

Zunächst ein paar Zahlen. Im Jahr 2019 haben die deutschen Autoversicherer etwa 295.000 Wildunfälle registriert. Eine Rekordsumme. Im Vorjahr gab es 27.000 Wildunfälle weniger. Pro Tag stießen demnach 800 kaskoversicherte Pkw mit Wildtieren zusammen. Das Risiko ist allerdings je nach Jahreszeit ganz unterschiedlich hoch. Dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) zufolge ist das Risiko in den Monaten April und Mai sowie Oktober bis Dezember besonders hoch. Wie der Deutsche Jagdverband (DJV) berichtet, trifft es besonders häufig Rehe. Im Jahr 2019 machten Unfälle mit Rehen etwa 41 Prozent aller Wildunfälle aus.

Zugleich steigen die Preise für die Reparaturen nach Wildunfällen. Im vergangenen Jahr zahlten die Versicherer pro Fall etwa 3.000 Euro (plus sechs Prozent gegenüber 2018). Wie der GDV berichtet, ist dieser Anstieg keinesfalls nur ein kurzer Trend. Die steigende Mobilität des Menschen ist die größte Gefahr für Wildtiere.

Es kracht in der Dämmerung

Als besonders gefährlich für Autofahrer wird die Morgendämmerung angesehen – der Zeitraum zwischen sechs und acht Uhr. In Waldabschnitten und an Feldrändern können oft Wildwechsel stattfinden. Hier ist für Autofahrer Vorsicht geboten. Sobald ein Fahrer ein Wildwechsel-Warnschild sieht, sollte er vorsichtiger fahren und die Geschwindigkeit verringern. Weitere Tipps im Überblick:

  • Autofahrer sollten das Fernlicht abschalten, denn die Tiere können geblendet werden oder gar auf das Licht zulaufen.
  • Mehrmaliges Hupen kann Wildtiere vertreiben.
  • Auf Ausweichmanöver sollten Autofahrer verzichten. Bei höherer Geschwindigkeit kann es sein, dass sie beim Ausweichen andere Hindernisse rammen. Außerdem ist nicht sicher, ob das Manöver hilft – denn erschrockene Wildtiere können unvorhergesehen reagieren und womöglich trotzdem vor das Auto laufen.
  • Sobald ein Tier in Sicht kommt, gilt es vom Gas zu gehen und den Wagen zu bremsen.

Weiterhin ist es wichtig, auf eventuelle weitere Tiere zu achten, denn Wild ist oftmals nicht allein unterwegs. Defensives und vorausschauendes Fahren kann dabei helfen, das Unfallrisiko zu minimieren.

Handlungstipps

Sollte ein Autofahrer doch in einen Wildunfall geraten, gilt es zunächst einmal Ruhe zu bewahren. Die Warnblinkanlage sollte eingeschaltet und die Unfallstelle mittels Warndreieck gesichert werden. Auch dann, wenn das Tier bereits geflüchtet ist. Danach sollten sie die 112 wählen und gegebenenfalls Erste Hilfe leisten. Bei einem Wildunfall muss außerdem der zuständige Jäger oder Förster benachrichtigt werden. Autofahrer dürfen eventuell am Unfallort liegende Tiere nicht anfassen. Einige Tiere können angriffslustig reagieren, wenn sie verletzt sind, zum Beispiel Wildschweine. Es besteht zudem eine Infektionsgefahr mit Tollwut. Für eine bessere Schadensbearbeitung sollten Autofahrer Bilder vom Unfallort, vom Tier und vom Fahrzeug machen. Auch wichtig für die Versicherung: Eine Wildunfallbescheinigung, ausgestellt von der Polizei, dem Förster oder Jagdpächter.

Welche Versicherung hilft?

Für gewöhnlich begleicht die Kasko- oder Teilkaskoversicherung durch Haarwild verursachte Schäden am eigenen Fahrzeug. Sollten bei einem Wildunfall Schäden an Dritten aufkommen, springt die Kfz-Haftpflichtversicherung ein. Die Vollkasko-Versicherung der Kravag enthält nicht nur alle Teilkaskoleistungen, sondern deckt auch Unfallschäden am eigenen Fahrzeug bei Selbstverschulden ab, sie enthält eine Neupreisentschädigung bis zu 22 Monate nach Erstzulassung bei Totalschaden und Verlust, außerdem gilt der Schutz bei mutwilliger Beschädigung am eigenen Wagen durch Fremde. Weitere Details erhalten Interessierte unter dem folgenden Link.

Titelbild: © Idanupong /stock.adobe.com

Lars-Eric Nievelstein
Hat Kunstgeschichte und Literatur studiert. Schreibt gerne. So gerne, dass er sich sowohl in der NewFinance-Redaktion als auch in der Freizeit damit beschäftigt. Und sollte er mal nicht schreiben, interessiert er sich für E-Sport, Wirtschaft und dafür, wer gerade an der Börse abrutscht.

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