Trends & TippsPositive Ansätze für Umwelt- und Tierschutz: Neuerungen in 2021

Positive Ansätze für Umwelt- und Tierschutz: Neuerungen in 2021

Die Welt liegt aktuell unter einer Schneedecke. Sogar Spaniens Hauptstadt Madrid ließe sich derzeit mit Skiern erkunden. Denn: Andauernde Kälteeinbrüche sorgen für Schneechaos. Anderenorts nehmen hingegen Dürren und heiße Wetterextreme zu. Wie der Einzelne etwas gegen die Klimakrise tun kann, lehrt der WWF inzwischen sogar in VHS Kursen. Umweltschutz beschränkt sich allerdings nicht nur auf das Klima. Welche Neuerungen für 2021 gelten, fassen wir zusammen.

Keine Schweinerein mehr in der Tierhaltung

„Organisierte Verantwortungslosigkeit“ attestierte Arbeitsminister Hubertus Heil der Fleischindustrie. Zu Coronazeiten fiel der Branche diese nun endgültig auf die Füße. Das Paradebeispiel: Tönnies. Durch das COVID-19 Virus wurde bekannt, dass der Fleischhersteller Werkvertragarbeiter aus Bulgarien, Polen oder Rumänien in Sammelunterkünften unterbrachte. Die Verantwortung lag bei Subunternehmen. Das ändert sich nun ab 2021. Betriebe der Industrie dürfen nur noch eigene Angestellte beschäftigen. Wie GEO berichtet, erhoffen sich Tierschützer durch verbesserte Arbeitsbedingungen zudem einen besseren Umgang mit den Tieren.

Eine weitere Neuerung innerhalb der Fleischereibranche: die betäubungslose Kastration männlicher Ferkel. Tatsächlich bereits im Jahr 2013 verabschiedet, greift das Gesetz erst jetzt. Immer neue Übergangsfristen hatten die Gültigkeit verzögert. Der Beschluss gilt für bio- wie für konventionell gehaltene Tiere.

Zentrale Anlaufstelle bündelt Fördermaßnahmen des Bundes

Wenn es um eine Wärmedämmungsmaßnehme geht, haben Hausbesitzer ab sofort eine neue Anlaufstelle: Die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) vereint als zentrale Antragsstelle für Fördermittel alle Prozesse unter einem Dach. Die Bündelung soll dazu beitragen, dass Hausbesitzer ihre Gebäude zunehmend dämmen. Dadurch will Deutschland seinen Klimazielen einen Schritt näher kommen. Derzeit beschränkt sich die Zahl jährlich gedämmter Gebäude auf lediglich etwa ein Prozent.

CO2-Abgabe auf Heiz- und Kraftstoffe

Um die Bevölkerung zum klimatischen Umdenken zu bewegen, sollen fossile Brenn- und Kraftstoffe weniger attraktiver werden. Der Umstieg auf klimafreundliche Alternativen lohnender. Der Ansatz der Regierung für 2021: eine CO2-Abgabe auf Kraftstoff . Diese betrifft alle Haushalte, die Benzin, Diesel, Heizöl, Gas oder Flüssiggas nutzen. Der Einstiegspreis von 25 Euro pro Tonne soll sukzessive auf 55 Euro im Jahr 2025 steigen. Bei einem Beispielhaushalt entspricht das Mehrkosten von etwa 200 Euro.

Ein Rechenbeispiel sowie zusätzliche Tipps, wie sich Kosten reduzieren lassen, finden Interessierte auf der Website der Verbraucherzentrale.

Neue Elektrogeräte ohne Plus

Auch für einige Elektrogeräte gibt es demnächst Neuerungen. Ab dem 1. März dieses Jahres erhalten diese ein neues Energieeffizienz-Label. Bislang geltende Klassifizierungen wie A+++ entfallen. Zukünftig wird stattdessen eine noch spezifischere Kategorisierung von A bis G erfolgen. Diese betrifft Großgeräte wie Waschmaschinen, Gefrier- oder TV-Geräte. Leuchtmittel sind ebenfalls von der neuen Kennzeichnung betroffen, jedoch erst ab dem 1. September 2021.

Mit Nachdruck mehr Transparenz

Ende März eine weitere Neuerung: Ab 27. März stehen in einem öffentlichen Register der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) – auf freiwilliger Basis – vermehrt Daten zur Verfügung. Die Beratungen über geplante Studien sowie Dokumentationen von Anhörungen fördert eine zunehmend transparente Kommunikation über Lebensmittelsicherheit. Initiiert hatte die Gesetzesänderung die Unterschriftenaktion der über 1,4 Millionen Mitglieder der EU-Bürgerinitiative „Stopp Glyphosat“. Sie fordern mehr Informationen über den Einsatz von Pestiziden sowie deren Risikobewertung.

Ein Lichtblick gegen Umweltverschmutzung

Laut einer Studie aus dem Jahr 2018 landeten schätzungsweise zwischen 4,9 und 12,7 Millionen Tonnen Plastik in den Weltozeanen. Davon rund 9.628 Millionen Einwegflaschen, 2.800 Millionen Kaffeebecher sowie unzählige Strohhalme. Ein Verletzungsrisiko für die Tier- und Umwelt, die den Meeresorganismus zunehmend belastet. Damit ist nun zumindest von europäischer Seite Schluss. Nachdem seit 2018 bereits einige Produkte verboten sind, wird die Liste ab dem 3. Juli 2021 ergänzt. Wattestäbchen, Einwegbesteck oder auch Strohhalme sind dann ebenfalls auf der schwarzen Liste. Alternativen aus umweltfreundlicheren Stoffen gibt es bereits zahlreich.

Titelbild: © vchalup/Adobe.stock.com

Stephanie Gasteiger
Mitglied der NewFinance-Redaktion mit beruflichem Hintergrund in der PR und Wurzeln am Chiemseeufer. Ist ganz nach Friedrich Nietzsche davon überzeugt, dass die Glücklichen neugierig sind. Und ebenso umgekehrt.

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