Themen & ProdukteThemenDer Einfluss der Ernährung auf die Erde: Wie schmeckt die Zukunft?

Der Einfluss der Ernährung auf die Erde: Wie schmeckt die Zukunft?

Die Auswirkungen unserer Ernährung auf die Erde sind nicht zu unterschätzen. Denn gerade diese stellt eine der größten Herausforderungen für die Zukunft der Menschheit dar. Das Projekt „Besseresser:innen – planetarisch kulinarisch“ der Stiftung WWF zeigt, wie die Zukunft unserer Ernährung aussehen kann: ein kulinarischer Kompass für eine gesunde Erde.

Welche Ernährungsform ist die nachhaltigste?

Ernährungsformen gibt es in vielfältiger Ausprägung. Sei es als Paleo-Methode wie zu Zeiten der Steinzeit, als vegan-vegetarische Variante oder als möglichst fleischhaltige Ernährung. Da stellt sich die Frage: Welcher Trend bleibt und wie wird in Zukunft unsere Ernährung aussehen?

Viele Menschen in Deutschland setzen sich für den Schutz des Klimas und der Artenvielfalt ein. Welch ökologische Auswirkungen unsere Essgewohnheiten haben, lassen viele dabei außer Acht. Denn die Einkaufs- und Ernährungsgewohnheiten haben Folgen, die nicht nur in Deutschland spürbar sind. Auch weltweit in entlegenen Regionen sind sie spürbar, schließlich stammt unser Essen ursprünglich genau aus eben jenen Flecken der Erde. Anbau, Haltung, Weiterverarbeitung, Transport, Lagerung – der ökologische Fußabdruck, bis das Essen seinen Weg auf unseren Tisch findet, kann mitunter groß ausfallen.

Aktuelle Ernährung ist schädlich für Gesundheit

Der WWF warnt daher in seinem Bericht: Aus globaler Perspektive überschreitet unser Ernährungssystem die Belastungsgrenzen der Erde und schadet zugleich der Gesundheit. Eindrücklich verdeutlicht das die aktuelle Corona-Pandemie mit drastischen Folgen: Die Zahl der Zoonosen, also das Überspringen von Krankheitserregern wie das Coronavirus, SARS und Ebola, nehmen zu. Umso wichtiger sei es, stabile Ernährungssysteme aufzubauen, die ein Gleichgewicht herstellen und gesund für Mensch wie auch Tier sind.

Drei Zukunftsszenarien gibt es für nachhaltige Ernährung

Dazu ist laut EAT-Lancet-Kommission eine Umstellung der Ernährungsgewohnheiten notwendig. Im Auftrag des WWF entwickelte diese drei mögliche Zukunftsszenarien:

  • flexitarische Ernährung (maximal fleischlastig, allerdings innerhalb der EAT-Lancet-Kommission nach unten stehender Grafik)
  • vegetarische Ernährung
  • vegane Ernährung

Aus diesen drei sowie aktuellen Ernährungsvarianten lassen sich Umweltauswirkungen ableiten, sowohl pro Person als auch insgesamt für Deutschland. In die Berechnung einbezogen sind folgende Aspekte:

  • Treibhausgasemissionen (von der Produktion bis zur Verarbeitung – oder vom Acker bis zum Teller)
  • Treibhausgasemissionen (aus Landnutzung und Landnutzungsänderungen)
  • Flächennutzung
  • Wasserverbrauch und Wasserknappheit
  • Stickstofffußabdruck
  • Biodiversität

Nur eine veränderte Ernährung kann das Klima schützen

Die Auswirkungen auf den Flächen- und Ressourcenverbrauch sowie Klimaschutz zeigen sich in den Ergebnissen deutlich. Eine Veränderung der Ernährungsgewohnheiten trägt erheblich zum Schutz bei und gewährt auch Spielräume für eine nachhaltige und vielfältige Nutzung der knapper werdenden Ackerflächen. Dazu zählen etwa der Anbau von Pflanzen zur Energiegewinnung für Biokraftstoffe oder Biogas sowie für die Produktion von Textilien zur stofflichen Nutzung. Schon bei einer flexitarischen Ernährungsweise nach dem EAT-Lancet-Empfehlung (siehe Grafik) würde sich der Bedarf an landwirtschaftlicher Fläche, die zur Erzeugung der in Deutschland konsumierten Lebensmittel benötigt wird, um 18 Prozent reduzieren. Noch deutlicher zeigen sich die Auswirkung bei einer vegetarischen Ernährungsweise. Das Reduktionspotenzial erhöht sich auf 46 Prozent und bei einer rein pflanzlichen Ernährung auf fast 50 Prozent.

75 Prozent des Anbaus nimmt die Fleischproduktion ein

Wie drückt sich das in Zahlen aus? Rund 2000 Quadratmeter Ackerfläche stehen jedem Menschen im Durchschnitt zur Verfügung. Derzeit benötigt unsere Ernährungsgewohnheit fast die gesamte Fläche, um den Bedarf an Lebensmitteln zu decken. 75 Prozent nimmt die Fleischproduktion in Anspruch. Das Gleiche zeigt sich im pflanzlichen Anbau: Derzeit ist für den Soja-Anbau eine Fläche in der Größe von Brandenburgs in Brasilien und den USA notwendig. Dieser Flächenbedarf könnte sich bei einer Ernährungsumstellung bis zu 92 Prozent verringern. 

Laut der Untersuchungen des Lancet ergibt sich daraus der ideale Speiseplan, um das Klima zu retten, die sogenannte “planetary health diet”.

Perfekte Speiseplan
Quelle: statista

Viel Gemüse, viele Nüsse, wenig Fleisch: Bis zu 80 Prozent der Menschen ist ihre Gesundheit sehr wichtig, wie eine Umfrage von statista ergeben hat. Die R+V bietet in diesem Punkt eine breite Angebotspalette, um auch langfristig die Gesundheit zu erhalten.

Titelbild: © New Africa/stockAdobe.com

Brigitte Mellert
Ihr Journalismus-Studium und ihre Redakteursausbildung zogen sie vor Jahren aus München weg nach Schwaben. Nun, zurück in der neuen alten Heimat, durchforstet sie als Online-Redakteurin die Finanzwelt nach spannenden Geschichten. Dort fündig geworden, verbringt sie ihre Freizeit am liebsten in der Natur auf dem Rad oder beim Wandern in den Bergen.

Sie haben Fragen oder Anmerkungen zu diesem Beitrag?

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein.
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein.

Das könnte Sie auch interessieren:

Weitere Beiträge