AllgemeinConcentration now begins: So gelingt die Achtsamkeit im Büro

Concentration now begins: So gelingt die Achtsamkeit im Büro

Ein typisches Szenario in Büros: Das Handy liegt blinkend auf dem Tisch, das E-Mailprogramm kündigt alle zwei Sekunden den Eingang einer neuen Nachricht an und der nächste Termin steht auch gleich vor der Tür. Dabei konzentriert zu arbeiten war schon vor Homeofficezeiten eine Herausforderung. Im schlimmsten Fall droht ein Burnout. Ein Achtsamkeitstrainer erklärt, wie man mit ein paar einfachen Übungen Stress vorbeugen kann.

Viel Stress entsteht durch Überforderung und Hektik

Günter Hudasch ist Achtsamkeitstrainer aus Berlin und sieht die Ursache für den Stress oftmals hausgemacht, wie er in einem Artikel der dpa sagte. “Denn das Angebot an Anregungen war noch nie so überwältigend und unbegrenzt wie heute.” Das Gehirn laufe dann wie auf Autopilot. Aber: “Man kann lernen, seine Aufmerksamkeit bewusst ganz bestimmten Dingen zuzuwenden.” Das erleichtere auch das Abschalten nach Feierabend.

Mit drei Übungen kann es nach Einschätzung von Hudasch gelingen, sich regelmäßig Zeit für sich zu nehmen und so achtsamer für den Augenblick zu werden.

1. Mittagessen bewusst wahrnehmen

Selbst in der Mittagspause fällt es vielen Mitarbeitern schwer, komplett abzuschalten und bewusst zu essen. Das Handy neben dem Teller, Gespräche über die Arbeit oder der Anruf der Vorgesetzten inmitten der Pause lassen es nicht zu, abzuschalten. Für Hudasch kein Ausnahmefall. “Der Geist sucht ständig Anregungen. Man muss üben, ihn bewusst zu lenken.” Das gelingt, indem Mitarbeiter sich ganz auf das Essen konzentrieren: Wie riecht es? Wie schmeckt es? Und wie sieht es eigentlich genau aus? Welche Konsistenz hat das Essen?

2. Körperscan machen

Damit mein Hudasch keine Hightech-Medizin, sondern das bewusste Wahrnehmen des eigenen Körpers. Beispielsweise hilft es, die Augen zu schließen und zehnmal bewusst ein- und auszuatmen. Auf diese Weise blendet der Mitarbeiter die Umgebung aus. “Man merkt dann, wie man sich gerade fühlt – ob man müde ist, ob man Kopfschmerzen hat”, sagt Hudasch. Im Anschluss sollte sich jeder die Frage stellen: Bin ich noch fit und konzentriert genug, um weiterarbeiten zu können? Oder brauche ich eine Pause?

3. Konzentriert den Heimweg antreten

Auf dem Heimweg konzentriert bleiben nach einem Acht-Stunden-Tag? Klingt im ersten Moment abwegig, ist laut Hudasch aber sehr effektiv. Der Trick liege darin, jeden Schritt bewusst wahrzunehmen, das Abrollen und Heben des Fußes. Es geht darum, bewusst von der Arbeit wegzugehen und den Gedanken daran freundlich zur Seite zu schieben. Ein bewusster Start in den Feierabend.

2020: Neues Level an Stress im Homeoffice

2020 ist eine völlig neue Herausforderung hinzugekommen: Homeoffice – das Überschneiden von Privat- und Arbeitsleben. Hinzu kommt die Doppelbelastung von Isolation und Unsicherheiten während der Pandemie. Aber auch in dieser Phase ist es möglich, im Berufsleben Stress zu verringern. Wie das Manager-Magazin berichtet, kann auch in solch einem herausfordernden Umfeld jeder Zeit für sich finden.

Indem Mitarbeiter sich mit anderen austauschen oder Meetings mit ein paar Momenten der Meditation oder Reflexion zu beginnen, sinkt der Stresspegel. Mit dem Ergebnis, dass man besser zuhört sich besser fühlt. Auch im Homeoffice im digitalen Umfeld kann das gelingen: kurz innehalten und wahrnehmen, wo die Gedanken gerade sind. Wichtig sind für digitale Meetings Augenkontakt, zustimmende Mimik und kaum Multitasking. Also besser darauf verzichten, E-Mails zu checken, eine SMS zu versenden oder ein Meeting zeitgleich zu vereinbaren.

Für Führungskräfte ist Achtsamkeit ausschlaggebend

Für Führungskräfte ist Handeln das A&O, daran werden sie gemessen und wahrgenommen. Machen, erreichen, produzieren, organisieren, steuern. Remote- und Homeoffice-Arbeitsumgebungen haben Manager zum “Tun” gedrängt. Manchmal kann es aber umso wichtiger sein, wer man ist und wie man handelt.

Das Verhalten gegenüber den Mitarbeitern ist der Kernpunkt, um Vertrauen aufzubauen, andere zu motivieren und zu inspirieren. Umso wichtiger ist es, achtsam zu sein. Ist der Vorgesetzte etwa gedanklich schon beim nächsten Termin oder seiner To-Do-Liste? Dieser abwesende Eindruck lässt sich vermeiden, indem man sich einen Moment Zeit nimmt, um über den körperlichen und emotionalen Zustand nachzudenken, bevor das Meeting startet.

Welche Energie überträgt derjenige auf die virtuelle Präsenz auf diese Gruppe? Wird derjenige das schwierige Gespräch, das er gerade mit jemandem geführt hat, in dieses Gespräch mitnehmen? Wird er ein Gefühl der Ruhe und Beruhigung vermitteln? Selbst in einem großen virtuellen Meeting spüren Teilnehmer, ob der Redner gedanklich anwesend ist oder mit dem Kopf schon beim nächsten Termin ist.

Tipps für Präsenz im digitalen Meeting

  • Kiefer und Schultern aktiv entspannen, tief durchatmen vor dem Meeting
  • Kamera einschalten, um den anderen die Anwesenheit spüren zu lassen.
  • Körperhaltung nutzen, um Interesse und Empathie zu vermitteln
  • störendes E-Mailprogramm gegebenenfalls ausschalten

Weitere Informationen der R+V zum Thema Gesundheit finden Vermittler hier.

Titelbild: © Adi Seres/stockAdobe.com

 

Brigitte Mellert
Ihr Journalismus-Studium und ihre Redakteursausbildung zogen sie vor Jahren aus München weg nach Schwaben. Nun, zurück in der neuen alten Heimat, durchforstet sie als Online-Redakteurin die Finanzwelt nach spannenden Geschichten. Dort fündig geworden, verbringt sie ihre Freizeit am liebsten in der Natur auf dem Rad oder beim Wandern in den Bergen.

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