Trends & TippsStärken, Schwächen, Routine? Auf welche Fragen es im Vorstellungsgespräch ankommt

Stärken, Schwächen, Routine? Auf welche Fragen es im Vorstellungsgespräch ankommt

Das Vorstellungsgespräch naht – und sowohl Bewerber als auch Arbeitgeber müssen sich darauf vorbereiten. Doch mit welchen Fragen kann man im Vorstellungsgespräch wirklich mehr über seinen potentiellen Mitarbeiter erfahren? Wir haben eine Übersicht erstellt.

Das Bewerbungsgespräch: Ist analog besser als digital?

Die Liste an möglichen Fragen, die bei einem Bewerbungsgespräch gestellt werden können, ist sehr lang: Es geht immerhin darum, binnen kürzester Zeit einen potentiellen Mitarbeiter kennenzulernen und einzuschätzen, ob der Bewerber zum Unternehmen und den Anforderungen passt.

Falls möglich, könnte es sich für eine bessere Einschätzung lohnen, sich persönlich zum Gespräch zu treffen. Laut einer Studie der Universität Ulm schneiden Bewerber in digitalen Bewerbungsgesprächen deutlich schlechter ab als im persönlichen Gespräch.

Im Vorstellungsgespräch selbst können die Fragen darauf abzielen, mehr über die fachliche und persönliche Eignung des Bewerbers herauszufinden.

Fragen zur Stelle und Ihrem Unternehmen:

Damit kann einiges herausgefunden werden: Hat sich der Bewerber Gedanken über die Firma gemacht, wie ist seine aktuelle Arbeitssituation – woher kommt der Wunsch nach Veränderung?

Beispielfragen:

  • Warum haben Sie sich auf diese Stelle beworben?
  • Was interessiert Sie am meisten an der ausgeschriebenen Stelle?
  • Welche Fähigkeiten bringen Sie mit, die für diese Stelle besonders relevant ist?
  • Welche Entwicklungen sehen sie in den kommenden Jahren in der Branche?
  • Warum wollen Sie Ihre aktuelle Stelle verlassen?

Zu dieser Frage sagt Goran Barić, Geschäftsführer der Personalberatung PageGroup Deutschland, in einem Beitrag von impulse.de: „Überzeugende Kandidaten entwickeln eine positive Vision ihres neuen Arbeitsplatzes. Andere fangen bei dieser Frage dagegen an, über ihren alten Arbeitgeber zu lästern. Das ist nicht professionell und sagt viel über den Bewerber aus. Außerdem stellt sich dann die Frage: Ist er womöglich einer Kündigung zuvorgekommen?

Fragen zur Arbeitsweise und Werten:

Mit diesen Fragen gilt es, zu prüfen, ob der Bewerber zum Unternehmen und der Unternehmenskultur passt. Kann der Arbeitgeber dem Bewerber die passenden Rahmenbedingungen bieten, damit beide glücklich sind? Wie geht er mit Stress um, ist er ein Teamplayer und ist er fähig, sich und seine Fehler zu reflektieren?

Beispielfragen: 

  • Welche Herausforderungen haben Sie schon gemeistert?
  • Auf welche Erfolge sind Sie besonders stolz und warum?
  • Erzählen Sie mir von einem Projekt, an dem Sie gescheitert sind!
  • Was müsste passieren, damit Sie den Schritt, für uns zu arbeiten, bereuen?
  • Wie muss Ihr Arbeitsumfeld aussehen, damit Sie jeden Tag gerne in die Arbeit gehen? 
  • Was erwarten Sie sich konkret von der Zusammenarbeit mit Ihren neuen Kollegen und dem Vorgesetzten?
  • Können Sie das Produkt X so beschreiben, dass es jeder versteht? (Bei Mitarbeitern im Vertrieb eine wichtige Frage)

Darüber hinaus gibt es auch arbeitsrechtlich unangebrachte Fragen, die Arbeitgeber auf keinen Fall stellen sollten – denn dann darf der Bewerber auch lügen. Dazu gehören Fragen nach der Familienplanung (Schwangerschaft), politischen Einstellung und Gesundheit.

Der beste Umgang mit Gegenfragen

Ein guter Bewerber hat sich schon vor dem Vorstellungsgespräch eingehend mit dem Unternehmen und dem Stellenangebot auseinandergesetzt. Deshalb können im Gespräch auch einige Fragen von Seiten des Bewerbers kommen. Auf diese sollten Arbeitgeber vorbereitet sein und sie ehrlich und ausführlich beantworten können. 

Beispiele könnten sein:

  • Warum ist die Position vakant?
  • Was sind die wichtigsten Wachstumsfelder für Sie?
  • Wie würden Sie Ihre Unternehmenskultur oder ihren Führungsstil beschreiben?
  • Was könnte mich an diesem Job am meisten frustrieren?
  • Welche Entwicklungsmöglichkeiten gibt es für mich?
  • Wie sieht mein typischer Arbeitstag aus?
  • Muss ich Überstunden leisten und werden diese abgegolten?

Titelbild: ©mlasaimages/stockAdobe.com

Lisa Mayerhofer
Mitglied der NewFinance-Redaktion mit vorherigen Stationen beim Süddeutschen Verlag und Burda Forward.

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