Trends & TippsCannabis: Schon jetzt das Trendprodukt von morgen?

Cannabis: Schon jetzt das Trendprodukt von morgen?

Es ist offiziell: Der Cannabis Konsum wird in Deutschland legalisiert. Zwar floriert der Hanfanbau in der deutschen Landwirtschaft schon jetzt, allerdings könnte sich der Nutzen ändern. Wir werfen einen Blick auf die jüngsten Entwicklungen.

Die breite Masse ist dafür 

Bereits Ende des letzten Jahres sorgte die Ankündigung der Ampel-Koalition für Wirbel: Cannabis soll in Deutschland legalisiert werden. Doch danach wurde es ruhig um dieses Vorhaben. Ein Rückzieher war nicht ausgeschlossen. Nun meldete sich Gesundheitsminister Karl Lauterbach mit neuen Infos zu Wort: „Ich werde die Gesetzesinitiative zur Cannabis-Legalisierung starten“, kündigte er am Nachmittag des 4. Mai laut t3n in Berlin an. Eigentlich war er kein Befürworter der Pläne, Cannabis kontrolliert an Erwachse zu Genusszwecken abzugeben. Doch mittlerweile änderte sich seine Meinung: 

„Verunreinigte Cannabis-Verabreichungen sind aus meiner Sicht mittlerweile ein größeres Risiko als eine kontrollierte Abgabe an Menschen, die Cannabis in der entsprechenden Qualität kontrolliert konsumieren.“

Wie genau die Abgaben laufen, soll im Rahmen eines „Zwischenspurts in der Gesundheitspolitik“ zusammen mit weiteren wichtigen Themen, wie der Vorbereitung auf die epidemische Lage im Herbst, ausgearbeitet werden. Cannabis-Befürworter befürchten jedoch, dass diesen Worten keine Taten folgen, oder dass die Umsetzung dank des bürokratischen Schneckentempos weiter auf sich warten lässt. Anlässlich des weltweiten Aktionstages „Global Marijuana March“ möchten Protestierende daher auch in Deutschland für eine schnelle Legalisierung demonstrieren:

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Tilray Aktie kurzzeitig high

Auch die Börse befand sich zumindest kurzzeitig in einem Cannabis-Rausch. Doch aus anderen Gründen, als es den Anschein erwecken mag. Wer den Aktienkurs des kanadischen Cannabis-Unternehmens Tilray unter die Lupe nimmt, wird Anfang des Jahres einen gigantischen Anstieg entdecken. Die hängt allerdings weniger mit den lukrativen  Zukunftsaussichten des Unternehmens zusammen, welches nun auch medizinischen Cannabis-Produkte in Großbritannien vertreiben möchte. Der Wert der Aktie hatte sich kurzzeitig mehr als versechsfacht.  Hintergrund war laut Tagesschau aber ein von Internet organisierte Anti-Short-Squeeze, ähnlich zum Vorfall der GameStop Aktie 2021. Dennoch bietet der Markt der Cannabis-Aktien großes Wachstumspotenzial – unter anderem dank US-Präsident Joe Biden, der eine Legalisierung auf Bundesebene befürwortet.

Pflanzen dicht an dicht

Nicht nur für Anleger ist Cannabis interessant. Im landwirtschaftlichen Bereich steigt die Beliebtheit der grünen Pflanze bereits seit Jahren – trotz der strengen Auflagen. Denn wer in Deutschland Hanf anbauen möchte, muss mit strengen Kontrollen durch die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) rechnen. Alles muss angemeldet und streng dokumentiert sein, die Hanfsorten dürfen einen THC-Gehalt von 0,2 Prozent nicht überschreiten. Doch der strenge Prüfungsprozess kann sich lohnen, denn Nutzhanf ist vielseitig einsetzbar: 

Aus Hanfsamen wird Speiseöl gepresst, die Fasern eignen sich für die Herstellung von Seilen, Papier, Verbundwerkstoffen, Dämmstoffen oder auch Textilien. Auch die Schäben – das sind die holzigen Teile des Hanfs – lassen sich verwerten – zum Beispiel als Tiereinstreu oder Bestandteil von Bau- und Dämmstoffen. „Hanf ist also die ideale Kultur für den Öko-Landbau“, berichtet Agrarheute. 

Kein Wunder also, dass die Anbaufläche von Nutzhanf in Deutschland in den letzten sieben Jahren um das fünfzehnfache zugenommen hat. Allein von 2020 bis 2021 wuchs der Hanfanbau um 20 Prozent. Mit der potenziellen Legalisierung von Cannabis zu Genusszwecken steht dies allerdings nicht im Zusammenhang, da für die THC-haltigen Pflanzen ein separater Indoor Anbau notwendig ist.

Titelbild: © Tsareva.pro/stock.Adobe.com

Victor Massari
Victor Massari
Nach dem Abschluss seines Abiturs direkt an der Zugspitze in Bayern zog es den gebürtigen Garmischer in die Großstadt. In München studiert er jetzt Mediendesign und ist das jüngste Mitglied im Team der Online-Redaktion von New Finance.

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