Trends & TippsEinmal to go, bitte: Wie spare ich unnötigen Verpackungsmüll ein?

Einmal to go, bitte: Wie spare ich unnötigen Verpackungsmüll ein?

Ein Mittagessen in der Kantine? Gemeinsam mit den Kollegen zum Italiener ums Eck? Schwierig in Zeiten von Corona. Lieferdienste schaffen Abhilfe. Aber wie sieht es mit dem Verpackungsmüll aus?

Anstieg des Verpackungsmülls in Deutschland

417 Millionen Tonnen Abfallaufkommen haben die Deutschen laut Destatis im Jahr. Davon fallen 457 Kilogramm Haushaltsabfall auf jeden Einzelnen. Der Kaffee to go oder die Verpackungsschachtel vom Lieferdienst rechnen sich. Endverbraucher sammelten im Jahr 2019 demnach 72 Kilogramm nur an Verpackungsmüll. Das ist ein Anstieg von ganzen 4 Kilogramm im Vergleich zum vorherigen Jahr.

Dabei gibt es große Unterschiede innerhalb Deutschlands. Mit 90 Kilogramm eingesammelter Verkaufsverpackungen pro Kopf führt das Bundesland Mecklenburg-Vorpommern die Liste an. Es folgen Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Sachsen. Die Bundesländer mit den am wenigstens eingesammelten Verkaufsverpackungen sind Bayern (64 Kilogramm), Hamburg (62 Kilogramm) und Berlin (57 Kilogramm).

Verpackungsmüll
© Statistisches Bundesamt (Destatis), 2021

So genannte Leichtverpackungen haben den größten Anteil (32 Kilogramm pro Person) des konsumierten Mülls. Mit Leichtverpackungen sind Verpackungen aus Kunststoffen, Aluminium, Weißblech und Verbundmaterialien gemeint. Also genau solche, die Lieferdienste und Gastronomen bei To-Go-Verpackungen und Co. nutzen.

Mehr Serviceverpackungen für Essen und Getränke

Inwieweit die Corona-Krise sich auf den Verpackungsmüll auswirkt, ist bislang noch schwer zu beurteilen. Daten dazu liegen dem Umweltbundesamt nämlich noch nicht vor. Jedoch teilt die Behörde mit:

„Aufgrund der geschlossenen Geschäfte und Restaurants ist allerdings abzusehen, dass vor allem mehr Serviceverpackungen für Essen und Getränke verbraucht worden sind.“ – Umweltbundesamt

Gründe für den Anstieg des Verpackungsmülls gebe es dagegen gleich mehrere. Darunter auch der Trend zu kleineren Portionen, zum Online-Einkauf und zu take away Produkten. Der Online-Einkauf ist besonders in der Pandemie rasant gestiegen. Im zweiten Quartal 2020 gab es laut einer Verbraucherstudie des Bundesverbands E-Commerce und Versandhandel Deutschland e. V. (bevh) einen Zuwachs von 16,5 Prozent.

Initiative ergreifen: Nachhaltige Alternativen

Seit Beginn des Lockdowns liegt uns allen daran besonders die Gastronomie zu unterstützen. Da wir diese nicht besuchen können, bieten viele Gastronomen take away Produkte, also Essen zum Mitnehmen, an. Einziger Nachteil: Es entstehen Berge an Styroporverpackungen, Aluschalen und Kaffeebechern. Gut, dass es im Jahr 2021 nachhaltige Alternativen gibt, welche Verpackungsmüll reduzieren:

1.  Pfandsysteme für Kaffee To-Go-Becher

Laut der Verbraucherzentrale hat sich die Menge an Wegwerfbechern in den vergangenen Jahren verdoppelt. Allein bei den Bechern für Heißgetränken liegt die Steigerung bei 500 Prozent. Wenn dann auch noch Deckel, Strohhalm und Rührstab berücksichtigt werden, hat der Becher sogar die Plastiktüte als Abfallverursacher geschlagen. Und all das für vier Minuten Trinkgenuss. Danach landet die Verpackung achtlos im Müll.

Beim Weg in die Arbeit gehört es fast schon zur Tradition beim Lieblingsbäcker ums Eck neben einer Brezel auch noch einen Kaffee to go mitzunehmen? Darauf muss niemand verzichten. Das Heißgetränk am Morgen kann jedoch anstelle vom Plastik- oder Pappbecher auch anders verzehrt werden. Viele Städte bieten mittlerweile sogar Pfandsysteme als Alternative zum Einmalbecher. Beim Kauf eines Heißgetränks zahlt man dann zwar erstmal einen Euro mehr, bekommt diesen dann bei Rückgabe des Bechers allerdings wieder zurück. Beim Pfandsystem „Recup“ beispielsweise kann der Becher sogar deutschlandweit bei allen Partner zurückgegeben werden.

2.  Rebowl, reCIRCLE und Co.

An die umweltfreundliche und unkomplizierte Leihe der Coffee To-Go-Becher könnte man sich gewöhnen. Das haben sich auch verschiedene Start Ups gedacht und ihr Repertoire von Mehrwegbecher auf Mehrwegbowls erweitert. Das System bleibt dasselbe: Bei teilnehmenden Lokalen können Genießer sich ihr Lieblingsessen aussuchen und sich gegen eine Pfandgebühr ihr Essen in den Mehrwegboxen mitgeben lassen.

Systeme, welche diese Mehrwegschalen anbieten, sind in großen Städten Deutschlands zu finden, darunter auch die Start Ups reCircle und Rebowl. Die Verpackungen sind schadstofffrei, auslaufsicher, BPA-frei, recyclebar und teilweise sogar mikrowellentauglich.

Doch rechnen sich die Mehrwegboxen? Laut reCIRCLE kann sich die Mehrwegbox in Sachen Ökobilanz schon ab der achten Wiederverwendung lohnen. Das hinge aber natürlich auch von dem Material der Einwegverpackung ab.

Die Mehrwegschalen von Rebowl sind mindestens 200-mal verwendbar.

3.  Auf den Trend gekommen

Tupperdosen, Thermobehälter und Thermoskannen sind sowas von gestern? Falsch! Besonders durch den nachhaltigen Aspekt erleben die Mehrwegverpackungen einen neuen Trend. Den kann jeder für sich nutzen und so To-Go-Mahlzeiten und Heißgetränke nachhaltiger konsumieren.

Thermobecher ersetzen dabei oft die altbekannten Thermoskannen. Denn die Becher können Kaffeegenießer ganz einfach zum Bäcker mittragen und sich ihren Kaffee dort befüllen lassen.

Vorteile von Thermobehälter und Thermobecher:

  • Das Heißgetränk/die Mahlzeit bleibt zwischen 1,5 Stunden und 24 Stunden warm,
  • Aroma und der Geschmack bleiben erhalten,
  • wiederverschließbar und dicht,
  • lange Lebensdauer: Pappbecher und Einwegbehälter haben eine Lebensdauer von circa 15 Minuten, Thermobecher dagegen von mehreren Jahren
  • auf Dauer günstiger: Kaffee to go wird mit mitgebrachtem Becher oft günstiger berechnet

Übrigens: Das Innenleben eines Pappbechers besteht meist zum Großteil aus einer Kunststoffbeschichtung. Der Becher ist also im Restmüll und nicht im Papiermüll zu entsorgen. Die Richtlinien zur Lebensmittelsicherheit verbieten sogar Becher aus Altpapier, da das Material oft mit Mineralöl verunreinigt ist.

© Titelbild: New Africa/stock.adobe.com

Marina Hindelang
Marina Hindelanghttps://newfinance.de
Die gebürtige Allgäuerin ist mittlerweile nicht mehr nur in der Medien- und Kommunikationsbranche zu Hause, sondern fühlt sich auch in München wohl. In ihrer Freizeit findet man sie in der Natur in den Bergen oder beim Salsa auf dem Tanzparkett. Bei NewFinance dreht sich bei ihr dagegen alles um redaktionelle Inhalte im Onlinebereich.

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