Trends & TippsDigitale LösungenDie wichtigsten Trends 2022: Dauerbrenner oder Schnee von gestern?

Die wichtigsten Trends 2022: Dauerbrenner oder Schnee von gestern?

NFTs, Impfstoffe, Homeoffice: Geopolitische Entwicklungen der ersten Jahreshälfte stellten viele Prognosen vom vergangenen Winter auf den Kopf. Welche sind dennoch aktuell geblieben?

Non fungible Tokens

Innerhalb kürzester Zeit eroberten sogenannte NFTs den Mainstream. Sie existieren zwar bereits seit 2017, erfreuen sich aber noch nicht allzu lang größerer Beliebtheit. Genau wie Kryptowährungen gelten auch NFTs als volatil. Aktuell greifen vor allem Vertreter der „Generation Z“ häufiger auf die digitalen Bildchen zurück, berichtet die BBC. Das Handelsvolumen ist derzeit geringer, als es noch zu Beginn des Jahres war – ob der große Hype damit vorüber ist, lässt sich allerdings nicht sagen.

Agiles Arbeiten

Was ist agiles Arbeiten? Hierbei geht es darum, erstens den Arbeitsort und zweitens die Arbeitszeiten flexibler zu gestalten. Im Zuge der Lockdowns machten weltweit viele Branchen ihre ersten Erfahrungen mit dem Homeoffice – mittlerweile hat sich das Konzept fest in der Arbeitswelt etabliert. Einige größere Städte testen mittlerweile die Idee der „15-Minuten-Stadt“: Im Grunde handelt es sich dabei um eine Stadt, in der Gebäude mehrere Zwecke haben und in der es keine abgegrenzten Viertel mehr für Arbeit, Wohnen oder Kultur gibt, sondern jeder Stadtteil alle Aufgaben erfüllen kann. Das würde Pendeln fast überflüssig machen. Agiles Arbeiten ist als Trend gekommen, um zu bleiben.

Blaue Lebensmittel

Bis 2050, soweit jedenfalls die Prognosen, soll die Weltbevölkerung auf rund zehn Milliarden Menschen anwachsen. Der Klimawandel erschwert zunehmend die bekannte Agrikultur. Die Lösung liegt im Meer. „Blaue Lebensmittel“ sollten die Lösung sein. Darunter fallen etwa Muscheln, Fische oder Algen. Vor allem letztere müssen sich noch durchsetzen. Forschern zufolge könnten Fisch und andere Nahrungsmittel aus dem Wasser dazu beitragen, mehr Menschen mit wichtigen Nährstoffen zu versorgen.

Klimaschutz und Finanzen

Das Thema Nachhaltigkeit gilt mittlerweile als Dauerbrenner. Auch wenn geopolitische Krisen die mediale Berichterstattung quasi okkupiert haben, gehen hinter den Kulissen nach wie vor tiefgreifende Veränderungen vonstatten. Zum Beispiel verfolgt die Europäische Union nach wie vor die „Grüner Deal“-Strategie, die bis 2050 den Abgasausstoß auf dem Kontinent drastisch reduzieren will. Im Finanzsektor soll die Offenlegungs-Verordnung für mehr Transparenz bei nachhaltigen Finanzprodukten sorgen. Zusätzlich könnte eine baldige Abkopplung von russischem Gas erfolgen, die wiederum noch nicht absehbare Folgen nach sich ziehen würde.

Metaverse

Laut einer aktuellen Studie des Marktforschungsunternehmens Deloitte gilt das Metaverse nach wie vor als einer der Trends in der digitalen Medienwelt. 41 Prozent der Deutschen haben den Begriff bereits gehört, 27 Prozent wissen konkret, worum es sich handelt. Digitale Metaversen beeinflussen Trends und eignen sich sowohl für Treffen mit Freunden als auch für virtuelle Reisen.

Der lange Hebel von Big Tech

Große Technologie-Konzerne wie Meta (Facebook), Amazon, Google und Apple haben einen gewaltigen Einfluss auf die Entwicklung der industrialisierten Welt. Das soll sich nun ändern. Laut der BBC müssen sich etwa Google und Facebook an neue Wettbewerbsregeln halten, die im Vereinigten Königreich in Kraft treten. Die neue Digital Markets Unit soll ausreichende Befugnisse erhalten, um „räuberisches Verhalten“ zu bestrafen. Tech-Konzerne könnten durch Strafen zehn Prozent ihres Jahreserwerbs verlieren, falls sie sich nicht an diese Regeln halten. So soll ein stärkerer Wettbewerb entstehen und die Nutzer sollen mehr Kontrolle über ihre Daten erhalten. In den Vereinigten Staaten und der Europäischen Union könnten schon bald ähnliche Schritte erfolgen.

Welche Trends sich letztendlich durchsetzen, wird sich zeigen. Wir halten Sie darüber weiterhin auf dem Laufenden.

Titelbild: ©Melinda Nagy/ stock.adobe.com

Lars-Eric Nievelstein
Lars-Eric Nievelstein
Hat Kunstgeschichte und Literatur studiert. Schreibt gerne. So gerne, dass er sich sowohl in der NewFinance-Redaktion als auch in der Freizeit damit beschäftigt. Und sollte er mal nicht schreiben, interessiert er sich für E-Sport, Wirtschaft und dafür, wer gerade an der Börse abrutscht.

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